Horhausen, den 01.04.2026
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
manchmal kommt das Ende schneller als gedacht…
Vergangene Woche hat mein designierter Nachfolger bereits auf meinem „Chefsessel“ Platz genommen und wurde von mir auch in einem fast zweistündigen Gespräch unter vier Augen mit den Aufgaben eines Bürgermeisters – dies natürlich unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit – vertraut gemacht.
Dabei zeigte er sich gut vorbereitet und hat mich mit einem äußerst fundiert ausgearbeiteten Fragenkomplex an den Rand meiner fachlichen und auch rhetorischen Grenzen gebracht.
Aber von vorne…
Am 18.12.2025 bekam ich Post von meinem Horhäuser Mitbürger
.
Darin wurde ich um einen zeitnahen Termin gebeten, um mit mir die Voraussetzungen, die Qualifikationen, Maßnahmen und Ziele eines Bürgermeisters zu erörtern.
Was tun, sprach Zeus, dachte ich…du wirst gefordert werden.
Nach einer äußerst schlaflosen Nacht habe ich mich dann dazu durchgerungen, dem rechtssuchenden Mitbürger in einem Antwortschreiben einen Besprechungstermin anzubieten.
Dieser erfolgte dann auch relativ zeitnah, nachdem ich alle 48 Ordner der Gemeinde nach und nach durchgearbeitet hatte – um eine fachliche Kompetenz bei dem bevorstehenden Gespräch auch nur annähernd vorweisen zu können.
Dem in meinen Augen sichtlich angespannten aber gefassten Bitsteller wurde direkt der Wind aus den Segeln genommen, als ich ihn an der Haustüre mit den Worten begrüßte: „Schön, dich zu sehen, ich bin der Ralf“. Nach einem weiteren Bestechungsversuch in Form eines Glases Wasser und eines Schaumkusses verlief dann unser Gespräch auch in einer äußerst entspannten Atmosphäre.
Fazit: Von wegen Politikverdrossenheit und Interessenlosigkeit unserer Jugend…
Leonard hat mich ganz vom Gegenteil überzeugt und eines Besseren belehrt…
ein toller Gesprächspartner auf Augenhöhe, respektvoll und wohlerzogen…
Gerade auch als junger Mensch Interesse zeigen, sich vielleicht im nächsten Schritt auch ehrenamtlich in unserer Gemeinde zu engagieren. Das würde ich mir wünschen. Dazu gibt es mehr als genug Betätigungsfelder in unserem Ort.
Der Wehrmutstropfen allerdings kommt zum Schluss:
So leid es mir wirklich tut, aber noch müsst Ihr mich noch etwas aushalten, denn mein vermeintlicher „Nachfolger im Amt“ ist leider erst 12 Jahre alt…
Trotzdem war es eine ganz tolle neue Erfahrung für mich, die ich auch nicht mehr missen möchte…
In diesem Sinne
Kommt gut in den April…
Euer
